Simulationsgrenzen
Realtime vs. Neartime
Die systematischen Grenzen sind durch die Geschwindigkeit gesetzt, mit
der Lingo, die Macromedia Director Skriptsprache, Befehle im kompilierten
Director Film ausführt. Die Rechenzeit ist ein kritischer Faktor und
erzwingt bestimmte Einschränkungen, die in einem echten Oszilloskop so nicht
gegeben sind:
Triggerfunktionen werden nur Neartime ausgeführt, die Lissajous-Figuren
brauchen auch einen Moment, wenn die Horizontal- höher als die
Vertikalfrequenz ist (hier wird jeweils nur das erste "typische" Bild
gezeichnet, weil ansonsten, um den geschlossenen Kurvenzug zu erhalten, das
Bild mit jedem neuen Sample rotiert werden müßte).
Die Echtzeit-Triggerung ist ebenfalls unmöglich. Das Triggerlevel des
Autotriggers kann zwar mit dem Schalter "At/Norm." auf manuell gestellt werden
und mit dem Pegelregler justiert werden, aber die Schalter
"Trig.", "TV
Sep."
und "Ext." haben keine Funktion.
Beide Eingänge werden gleichzeitig getriggert.
Bei eingeschalteter 10fach Vergrößerung (X-Mag.)
und langen Time/Div. Zeiten wird die Sample-Zahl aus
Rechenzeitgründen bewußt so stark reduziert, daß der Kurvenzug grob
wird. Bei langen Time/Div. Zeiten wird auch die Strahlbewegung nur möglichst
realitätsnah simuliert, eine
Echtzeit-Wiedergabe aber wäre unmöglich.
Rechner Uptime muß kleiner als 25 Tage
sein
Bei Tests auf einem Server, der ständig in Betrieb ist, wurde beobachtet, daß
Maskenpositionen langer "Time/Div." Einstellungen des Oszilloskops nicht
korrekt verarbeitet werden. Das Timing der Maskenbewegung ist an die Uptime
des Rechners, auf dem die Simulation ausgeführt wird, gekoppelt, denn es
wird ein Referenz-Zeitpunkt benötigt, um die Zeitmessungen durchzuführen.
Leider funktioniert die Simulation auf Rechnern, die vor Simulationsstart
ununterbrochen ca. 25 Tage lang in Betrieb waren, nicht. Das liegt daran, daß die
Director Software die Zeit ab Rechnerstart in ms mißt und als Referenzwert
verwendet. Die größte von Director zählbare Zahl ist aber ca. 2,1 Milliarden.
25 Tage entsprechen ca. 2,1 Milliarden ms. Sind seit Rechnerstart bis zum Start der Simulation im Webbrowser,
der auf jenem Rechner läuft, mehr als
25 Tage vergangen, kann das Timing der
Maskenbewegung nicht mehr korrekt berechnet werden, da Director keine Zahlen
der benötigten Größe zuläßt. Die Masken bewegen sich nicht mehr. Dieses
Verhalten wurde durch geeignete Tests bestätigt, die Begründung ist
gesichert richtig, es ist jedoch noch unklar, ob der Fehler umgangen werden
kann und wenn ja, mit welchem Mittel.
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